Zuletzt aktualisiert:
10. 9. 2018

Xanthi 2014

 

Xanthi in Nordgriechenland, Oktober und November:

In diesen etwas mehr als 2 Monaten waren wir nicht vor Ort, aber wir hatten regen Kontakt per Mail und Telefon. So konnten wir zusammen mit den Tierschützerinnen vieles bewirken.

Als erstes und wichtigstes war, dass wir, wie versprochen noch Anfang Oktober eine Palette Trockenfutter beim örtlichen Pet-Shop gekauft haben. Zu dem im September ausgehandeltem günstigen Preis. Mitte November folgte dann die zweite Palette, denn die Hunde, wenn sie schon Hütte_i1verstoßen wurden, sollen wenigsten hier in der Tierstation genug zum Fressen haben. Das trägt auch dazu bei, dass sie gesund bleiben.

Des weiteren überwiesen wir Geld für den Bau von Hundehütten. Die erste Hütte sehen Sie im Foto rechts. Die Hütten werden mit reichlich Stroh versehen. Somit geben wir den Hunden Wärme und Schutz vor schlechtem Wetter. Hier in Nordgriechenland kann es im Winter recht ungemütlich sein.

Käfig verkleidet_i11Die vorhandenen großen Gitterkäfige wurden mit Plastik-Abdeckplanen umhüllt, um auch den Hunden in diesen Käfigen etwas Schutz zu bieten. Dies ist keine optimale Lösung aber eine Maßnahme für diesen Winter. Im 2. Bild sehen Sie wie die Schlafplätze in den eingehüllten Gitterkäfigen vorbereitet wurden.

 

in den Käfigen_Einen Zuschuss zu den Tierarztrechnungen haben wir auch überwiesen. Hier gibt es eine positive und eine negative Nachricht.

Zuerst die negative. Der arme Cas konnte leider nicht gerettet werden und verstarb.

Francesca_ii1Aber die junge Hündin Francesca, die wir im September in einem Bergdorf als Welpe (kleines Bild rechts), mehr tot als lebendig fanden, ist eine wunderschöne Junghündin geworden (große Bilder links unten). Dank der Fürsorge der Pflegemama FRANSCESCA_i3FRANSESCA_i2und der richtigen Behandlung durch die Tierärztin. Natürlich werden wir oder unsere deutschen Tierfreunde auch für sie einen guten Platz suchen.

 

 

 

 

 

Ende November wurde durch deutsche Tierfreunde eine große Kastrationsaktion in Xanthi durchgeführt. Unsere Tierfreundinnen halfen auch kräftig mit. Es galt die Streuner einfangen, zu den Operationsstellen bringen und nach der OP zu pflegen. Dadurch konnten allein durch die Arbeit von Zimmer_i1Anna Maria und ihren Helferinnen 60 Hunde und 20 Katzen kastriert werden. Nach der Operation blieben die Tiere 3 Tage in vorbereiteten Räumen (Bild links) um sie vor Verletzungen oder Infektionen zu schützen, die zu erwarten gewesen wären, hätte man sie sofort wieder an ihre Plätze auf den Straßen zurückgebracht.

Nach dieser Woche intensiver Tierschutzarbeit waren alle Tierfreundinnen total erschöpft. Aber glücklich, bei einer so großen Aktion teilgenommen zu haben.

 

Leider, oder Gott sei Dank, konnten nicht alle kastrierten Tiere wieder an ihren angestammten Stellen ausgesetzt werden. Zum Beispiel eine Hundemutter mit 9 Welpen, eine zweite mit 6 Welpen. Die Welpen wurden von den Tierfreundinnen in ihren Wohnungen aufgenommen, da sie nicht mehr Muttermilch benötigten und schon feste Kost vertragen haben.

ALL TOGETHER_i3Viele kleine erwachsene Hunde, die aus körperlichen Gründen in der Tierstation Aufnahme finden mussten (Bild links), waren auch dabei. Daher sind jetzt nicht 30 sondern 60 Hunde hier. Die Neuen müssen erst aufgepäppelt werden.

3 puppies_i1

Dazu müssen die vielen ausgesetzten Hunde in den Wäldern (Bild rechts), gefüttert werden, weil auch die überleben wollen. Da reicht dann eine Palette (720 kg) Trockenfutter max. 5 Wochen. Es ist zu erwarten, dass noch vor Weihnachten eine weitere Palette Futter nötig sein wird!

Bitte helfen Sie uns mit Spenden für Tierarztkosten und besonders für Futter für die Hunde in Anna Marias Tierstation. Futter, das wir weiterhin im örtlichen Pet-Shop kaufen und das bis zur Tierstation geliefert wird.

Danke im Namen der Hunde von Anna Maria sagt Franz Ludwig

 

 

 

Unser neues Hilfsprojekt: Xanthi in Nordgriechenland. Bericht von F. Ludwig

Liebe Tierfreunde/innen.

5. bis 9. September:

Von einer befreundeten Tierfreundin in Griechenland bekamen wir einen Hinweis auf Tierschützerinnen in der Stadt Xanthi, die ausgesetzte Hunde in ihrem eigenen Grundstück aufnehmen und aufpäppeln. Natürlich werden diese Hunde auch ärztlich versorgt. Ausserdem versorgen sie ausgesetzte Hunde in den angrenzenden Wäldern mit Futter. Es sind 5 Frauen unter der Führung von Anna Maria Zafeiriadou (Jane, Martina, Maria und Annas Schwester), die sich neben ihrer Arbeit den Hunden widmen. Sie wurden bisher von niemandem unterstützt!

Wo liegt Xanthi? In Nord-Ost-Griechenland. Von Thessaloniki ca. 200 Straßenkilometer östlich. Xanthi hat ca. 50.000 Einwohner und ca. 5.000 ausgesetzte Hunde!!! Ein Horror.

Motel und Transporter_i1Um diese Frauen und ihre Arbeit mit den Hunden persönlich kennen zu lernen, entschloss ich mich nach Xanthi zu reisen. Da ich vorhatte, auch einige Hunde bei der Rückfahrt mitzunehmen fuhr ich mit dem Vereinstransporter. Von Österreich nach Ungarn, durch Serbien und Mazedonien nach Griechenland klingt schon nach vielen Kilometern, ist es auch. Eine Strecke 1.500km. Freitag, 5. 9. 2014 um 3:00 Abfahrt in Felixdorf, am Abend um 21:30 unserer Zeit Ankunft in Xanthi im Hotel (Mittelklassemotel, Nacht mit Frühstück 35,-; habe ich mir selber bezahlt). Keine Probleme während der Fahrt, da fast alles auf Autobahnen zurückzulegen ist.

  • Tag 1 in Xanthi:
    Der Samstagvormittag diente dem Kennenlernen der 4 Streuner beim Auto_i1Tierschützerinnen und auch einem Teil der Stadt. Es ist, wie es mir beschrieben wurde: auf den Gehsteigen, in den Parkanlagen und sogar auf den Straßen liegen, sitzen, stehen und laufen herrenlose Hunde. Mich wunderte, dass keine Hunde dem Verkehr zum Opfer fielen. Zumindest nicht während ich das beobachten konnte.






    Futterplatz 2_Jane, Martina u Maria_i1Futterplatz 2_schäfer und Puppi_i1Am Nachmittag fuhren wir in das Hinterland von Xanthi, in die Wälder. Die sind, zumindest in den Tälern (mit Bächen) sehr ähnlich unseren Wäldern. Nur werden bei uns im Wald keine Hunde ausgesetzt. Dort schon! Die Tierfreundinnen haben mehrere Futterstellen angelegt. Kommt sie mit ihrem Wagen zu einer diese Stellen, so wird gehupt und die Hunde kommen gelaufen. Junge, alte, große, kleine, auch Welpen mit Muttertier.

    Containerpoint mit Hunden und Maria_i1Abfallplatzhunde_i1Beim
     3. Futterplatz, der schon weit hinten im Tal ist, stehen große Müllcontainer. Das ist ein Sammelplatz für viele Hunde. Die verschreckten verkriechen sich unter den Containern, die zutraulichen Hunde kommen her. Manche lassen sich auch streicheln.


    grace2_ohrengrace5_OhrenVon diesem Platz haben Anna Maria und ihre Helferinnen viele Hunde in ihre Auffangstation gebracht. Bei diesem Platz sah ich das erste Mal ausgesetzte Hunde mit halb abgeschnittenen Ohren (Bilder links). Das heisst, sie hatten wohl einmal eine Aufgabe für Menschen zu leisten. Und damit sie „besser hören können“ wurden ihre Ohren gekürzt. Ein Wahnsinn, was Menschen für wirre Gedankengänge haben. Alle diese Futterstellen liegen weit weg von menschlichen Behausungen. Sonst wären die Hunde wahrscheinlich schon über die Regenbogenbrücke gegangen.

    Der Nachmittag war schon fortgeschritten und wir beschlossen, uns im nächsten Dorf einen Kaffee zu genehmigen. Als wir ankamen ließ uns der Anblick eines Welpen auf der Straße das Blut Francesca and Maria_i2sFrancesca and Maria_i1tocken. Von gehen konnte keine Rede sein, so schwach war sie. Es war ein Weibchen. Dass wir sie mitnehmen, war überhaupt keine Frage.  Während Anna Maria und Jane lange telefonierten, saßen wir beim Kaffee und hatten jede Menge junge Maria in the village_i1Zuschauer. Die Francesca and Poulina_i1hatten wohl noch nie Menschen gesehen, die sich um ein Häufchen Hund intensiv bemühten. Um eine kleine Hündin, die das erste Mal menschliche Wärme verspüren durfte. Letztendlich hatte Anna Maria eine Tierärztin in Xanthi erreicht, die auf uns trotz Samstagabend wartete. Francesca, so wurde die Kleine getauft, wurde gründlich untersucht und von den Organen her für in Ordnung befunden. Nur durch extrem schlechte Ernährung (ist ja klar! Wer in diesem Bergdorf hätte sich um die Kleine gekümmert?) waren die Mangelerscheinungen so sichtbar. Francesca brachten wir  zu einer Pflegemama, wo sie in den nächsten Wochen Medizin bekommt und aufgepäppelt wird.
    Damit endete mein erster Tag in und um Xanthi.
  • Tag 2 in Xanthi:
    Am Sonntag waren wir in der Tierstation von Anna Maria und ihren Helferinnen. Hier leben ca. Therapiezentrum_viele_i14viele Hunde_i120 gerettete, ehemals verstoßene Hunde. Hauptsächlich kleine und mittelgroße Tiere.
    Aber auch größere, teilweise kranke bzw. verletzte Hunde.







    Cas_i2Zum Beispiel der kranke Cas. Er wurde als kranker Hund auf einer Straße aufgelesen, um ihm in der Station zu behandeln und gesund zu pflegen. Offensichtlich war die Behandlung durch den Tierarzt nicht die Richtige oder er sprach darauf nicht an. Mit der Medikation durch die Tierärztin, die auch Francesca behandelte und am Montag in der Station war, wird es sicher eine Wendung zum Besseren geben.

    Eine teilweise blinde Hündin benahm sich so selbständig, dass man glauben musste, sie könne voll sehen. Die Art wie sie sich voll Freude an mir aufstellte, ließ in mir das Herz schmelzen. Nahezu alle Hunde waren mir voll zugetan und extrem freundlich. Das konnte mich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es keinen winterfesten Unterstand gibt. Es wird zwar nicht so kalt wie bei uns in Mitteleuropa, aber Minusgrade kommen auch in Xanthi vor. Natürlich schlug ich eine Verkleidung der vorhandenen Unterstände mit Trapezblechplatten vor, so wie es sich in Szentes schon sehr gut bewährt hat. Dazu sind aber Mittel erforderlich, die unser jetziges Xanthibudget bei  weitem übersteigt. 
  • Tag 3 in Xanthi:
    Futtersäcke_i1Am Vormittag war ich mit Anna Maria einkaufen, zum Beispiel Hundefutter in einem Petshop. Da nicht so viele Futtersäcke vorrätig waren wie ich kaufen wollte, wurde bestellt und am Nachmittag tatsächlich zu der Tierstation geliefert. Diese 10 Säcke und meine 6 Säcke aus Österreich sollten für knapp einen Monat zur Versorgung der Tierstationshunde reichen. Für die Fütterung der Straßen- und Waldhunde muss noch dazu gekauft werden.

Liebe Tierfreunde, es war in diesen 3 Tagen natürlich nicht möglich alles von und in der Stadt Xanthi zu sehen und auch nicht alles von der Umgebung. Davon werde ich nach meinem nächsten Besuch in Xanthi berichten. Besonders vom Müllplatz. Dieser ist ein eigenes Kapitel. Extrem viele herrenlose, ausgesetzte Hunde und Katzen versuchen sich mit Essenreste am Leben zu erhalten. Natürlich sind die meisten nicht kastriert. Was zu einer unkontrollierten Vermehrung führt. Und dies führt zu großem Tierleid, zu vielen Krankheiten und zum Tod.

Griechenland hat ein Tierschutzgesetz, droht mit Strafen für das Aussetzen eines Tieres, hat die Chippflicht, aber es wird zu selten exekutiert. Wenigsten die Tierquäler, so sie erwischt werden, werden mit Strafen belegt, bis hin zu Gefängnis.

Bei meiner Heimfahrt am Dienstag den 9. 9. nahm ich 6 Hunde mit. Ich fuhr wieder in einem durch. Daher war die Reisezeit überschaubar. Die Tiere im Laderaum des Transporters hatten nie das Gefühl alleine zu sein, da sie immer unsere Stimmen hörten. Ja, ich war nicht allein bei der Rückfahrt, eine Griechin begleitete mich, um mir bei einem unvorhergesehenen Zwischenfall helfen zu können. So kamen alle 6 Hunde wohlbehalten in Österreich an und 5 von ihnen (Stand 29. 9.) haben bereits ein wunderschönes Zuhause bei lieben Menschen gefunden. Also vom Straßenrand in ein weiches Hundebetterl. Ein Lichtstrahl!

Da es in der Tierstation von Anna Maria ausser einem kleinen, baufälligen Holzhäuschen, ein paar Hundehütten, einem alten Wohnwagen und ganz wenige offene Unterstände nichts gibt, das den Hunden Schutz gibt,
bitten wir um Ihre Hilfe für die Hunde in Xanthi.

Dass wir die Unterstände verkleiden können und zusätzliche Hundehütten bauen lassen können. Dass wir die Hunde mit gutem Futter versorgen können. Dass wir den Hunden Wärme im Winter geben können!

Unser Spendenkonto:

Kontoinhaber: Tierschutz-Franziskus; IBAN: AT41 1400 0272 1001 6894;  BIC: BAWAATWW

 

Danke sagt Franz Ludwig